Donnerstag, 27. Februar 2014

Sierra de Guadarrama

Ein kleines Gedankenspiel vorneweg. Woran denkt ihr beim Wort "Spanien"? Orangenbäume? Gitarrenmusik? Strände, Sonne und Stiere? Ja, das alles ist spanisch, aber denkt ihr auch an Schnee? Skifahren? Und Berge? Wahrscheinlich sind das eher Assoziationen die ganz weit hinten im Kopf lagern. Gleich neben der Stelle, die auch immer vergisst, wo man eben noch die Schlüssel hingetan hat.
Eine Woche vor meiner Abreise ging es nämlich für mich und meine Mitwohnerin S. (hier auf dem  12. Bild) in die Sierra de Guadarrama, zusammen mit ein paar anderen wettergegerbten Bekannten. Es war super kalt und wir hatten kaum geeignete Ausrüstung und trotzdem sehr viel Spaß. Während uns also auf unserer Wandertour durch die Berge immer mehr Menschen mit Schneeschuhen und Karabinerhaken entgegenkamen, staksten wir mit Kamera und schickem Schal an schmalen Wanderwegen entlang. Typische Madrilener Stadtmenschen! Immer schick, aber leider in der Situation vollkommen unpraktisch!
Während sich also unsere schönen Stiefel an gefährlichen Schluchten und durch kleine Bergflüsse entlanghangelten, genossen wir den teilweise etwas wolkenverhangenen Ausblick. Dennoch, die Landschaft war wunderschön und zeitweise fühlte ich mich schon nicht mehr wirklich wie in Spanien. Man gelangte mit einer kleinen Bimmelbahn hinauf zum Berg, es gab ein Skigebiet und eine Hütte mit Kamin und warmer Schokolade. Sehr idyllisch.
Wir hatten zwar nicht die klarste Sicht und die kalten Temperaturen ließen unsere Haare zu Eissträngen gefrieren, aber die niedrig hängenden Wolken schafften doch eine ganz besondere Stimmung. Eine Caspar- David- Friedrich Stimmung, wie ich nicht müde wurde zu betonen. Gebirge, Weite, Sehnsucht. Dem Betrachter des Bildes zeigt sich nur ein Rücken vor einer wilden Landschaft, wenn das nicht Romantik par excellence ist!
Mit nassen Socken, erschöpft vom Schlittenfahren, mit etwas Muskelkater vom vielen Wandern und einer heißgeknipsten Kamera fuhren wir am Abend vollkommen müde mit der Bahn wieder nach hause. Ich bin wirklich froh, Spanien auch noch einmal von einer ganz neuen Seite kennengelernt zu haben, so kurz vor meiner Abreise.

Sonntag, 23. Februar 2014

Madrid, hasta la próxima vez

Vor ein paar Tagen,  machte sich dieser Post schon einmal selbstaständig zu euch auf den Weg. Denn anscheinend hatte ich ihn unbemerkt unter geplant abgelegt und so veröffentlichte er sich selber, mit allerlei losen Gedankenfetzten und wahrlos zusammengeworfenen Sätzen drin. Es war die allererste Rohfassung, die ich während meines Rückfluges ins Handy tippte und sie sollte euch eigentlich noch nicht ohne Bilder und mit Kopfchaos erreichen. Dieser Eintrag ist nun die bearbeitete Version, die ofizielle.
Ich befinde  mich 12.000m über dem Erdboden und es ist nun wirklich vorbei. Ich fliege dem Ende entgegen, Richtung Heimat. Auf den Ohren schallt aus meinen Kopfhörern das Lied einer jungen Kölner Band-  Einstellen auf zu Hause. Zu Hause, dass Wort, dass wohl im vergangenen halben Jahr die größte Bedeutung hatte. Man sagt, man weiß woher man kommt, wenn man geht. Ich kann das nun unterschreiben. Mein Herz hat in Marid für die Zeit dort gepocht und gleichzeitug für all das was ich zurückließ.
Wo ist dieses halbe Jahr nur geblieben? Ich weiß diese Frage stellte ich hier schon öfter, doch nun wo ich jetzt zurückdenke kann ich kaum begreifen, dass dieses Flugzeug mich wieder zurück bringt. Mit zwei Koffern im Laderaum, einem Herzen, dass schwer wird wegen dem was ich zurücklasse und leicht wegen dem was mich daheim erwartet. Ein Kopf beladen mit Erinnungen und Gedanken und ein paar mehr Antworten. Ich gehe wie ich kam- mit Tränen in den Augen.

Ich habe dabei viel gelernt. Über die Sprache vielleicht noch am wenigsten; im Vergleich zu dem was ich über mich erfahren habe. Das Alleinsein, das sich Austarieren in einer Umgebung die dein Heim bilden soll. All das hat mich zu Entscheidungen geführt. Ich war alleine, was nicht immer einfach war, aber ich habe erkannt, losgelöst von allem altbekannten, wer ich bin und was ich brauche. Ich bin nun versöhnlicher mit mir und ich habe mehr Vertrauen in meine Kräfte. Vielleicht kann ich nun in mir sehen, was andere in mir schon voher sahen. Ich kenne mich etwas besser. Und das hätte ich ohne den Auslandsaufenthalt wohl erst nach länger Zeit oder womöglich auch nie erreicht. Den Schritt den ich gemacht habe, der hat mich reifen lassen, für mich spürbar.
Und so bin ich Madrid dankbar. Dass diese Stadt meine Gedanken wie die Briese in anfänglichen Sommernächten zu den schließlich stechenden Winden in kalten Februarbertagen trug und mir damit genau zeigte wo ich stehe. Die Bücher die ich las, die Menschen die ich kennenlernte, die Abenteuer die ich erlebte und auch die Alltagssituationen die ich meisterte, zeigten mir einen Blick auf mich. Manchmal während ich in stickigen Metrobahnen durch die Stadt schoss, da kamen Erkenntnisse blitzschnell. Wie ein Pfeil durchschossen sie mich. Manchmal waren es Prozesse bei den ich erst mit Abstand merkte was mit mir geschehen war.

Madrid war die richtige Wahl für mich. Das weiß ich zu 100%. Eine Stadt die gleichzeitig sehr vornehm ist und andererseits so jung und unkonventionell. Elegant und alternativ. Gegensätze vereint. Die Stadt und ich, wir passten zusammen. In ihren Straßen fühlte ich mich immer aufgehoben.
Madrid ist eine Stadt in der zwar wenig Zeitungen gelesen wird, sich aber dafür umso mehr Bücher morgens vor die neugierigen und noch eitwas verschlafenen Augen schieben. Eine Stadt in der die Menschen sehr auf ihr elegantes Aussehen achten, eingehüllt in Pelzmäntel und mit perfektem Liedstrich und doch auch eine Stadt in der sich eine enomre Dichte an Dreadlocks durch die Straßen schiebt. Viel Musik, zu viele Straßenverkäufer und ein inflationärer Ölgebrauch für das Essen.
Ich sah Touristen kommen, gehen und sah wie sie wiederkamen und erlebte dabei so ziemlich jedes Wetter mit. Egal ob heiße Sommertage, regnerische Übergänge zum Herbst oder wirbelnder Schnee.
Einiges werde ich vermissen, die Müllabfuhr die einen immer pünktlich um halb drei aus dem Schlaf riss. Das alte Schweppszeichen, das verlässlich über die wunderschöne Gran Via flimmerte. Immer da, alles beobachtend und allwissend. Wie die riesigen Plakataugen von Dr. T. J. Eckleburg beim großen Gatsby.
Mein Lieblingscafe, die Fuencarral Einkaufsstraße, unser Gemüsehändler mit dem freundlichen Namen "Don Fruta". Der Geruch der Bäckerei unter unserer Wohnung, der morgens immer durch unser Treppenhaus waberte. Und natürlich die Freunde, die ich dort fand und auch die Zeit die ich für  mich allein zur Verfügung hatte. VIELEN DANK, MADRID!

Freitag, 14. Februar 2014

Sevilla- Impressionen und Zusammenleben

Ihr Lieben, ich danke euch sehr für die Kommentare zum letzten Post. Es war ein für mich ein doch sehr persönlicher Post und ich habe lange überlegt ob ich ihn wirklich einstellen soll. Allerdings war er für einige von euch wohl auch hilfreich und ihr habt mir das Gefühl gegeben, dass es dir richtige Entscheidung war. Vielen Dank dafür!
Im vorletzten Post hatte ich euch schon von Sevilla berichtet. Aber irgendwie konnte, wollte ich mich noch nicht so ganz von dieser Stadt trennen und so schiebe ich heute noch mal ein paar Bilder hinterher. Bilder die ich nicht ungenutzt im Ordner sterben lassen wollte.
Dass ich Sevilla wirklich wunderschön fand, habe ich euch schon mitgeteilt. Das Ambiente. die Menschen, das Klima, die Dynamik. Alles passte zusammen. Sevilla ist für mich eine wirklich sehr lebenswerte Stadt.
Wahrscheinlich genoss ich die Zeit dort aber auch so sehr, weil ich die mit zwei wunderbaren Freundinnen teilen durfte, mit meinen beiden Mitbewohnerinnen M. und S. Diese beiden Menschen sind mir so sehr ans Herz gewachsen mit ihren Eigenheiten, Charakterunterschieden und eigenen Geschichten. Zwei Mädchen so ehrlich und unkompliziert, es machte  ein Zusammenleben einfach wunderbar.
Ehrlich, es gäbe keine anderen Mädchen auf der Welt mit denen ich lieber zusammen gewohnt hätte und diese beiden sind für mich eines meiner größten Geschenke während meines Aufenthalts gewesen. M. kehrte schon Ende Dezember wieder nach Hause zurück und so war die Fahrt nach Sevilla eine unserer letzten gemeinsamen Unternehmnungen.
Aus unserem kleinen Dreirad wurde dann ein Tandem, doch unsere neue Mitbewohnerin ist auch ganz wunderbar (ihr werdet sie im nächsten Post kennenlernen).
Das Reisen mit M. und S. war so entspannt wie kaum zuvor erlebt. Vielleicht lag es daran, dass wir schon knapp vier Monate zusammenwohnten und wir dadurch wussten wie wir miteinander umgehen mussten. Wir wussten, wann jemand Ruhe brauchte, wie unsere Dynamik funktioniert und was die anderen mögen. Es war kein Prolem auch mal zusammen zu schweigen, da wir durch das Zusammenleben schon einen umsichtigen Umgang miteinander gewöhnt waren. Ich denke, das hat diese Reise zu einer so entspannten gemacht, wir waren schon so eingespielt aufeinander.
Dies sind für mich nun die letzten Tage in Madrid. Am Sonntag geht es für mich wieder Richtung Heimat, Richtung Köln. Ich freue mich auf all die wundervollen Menschen daheim und bin gleichzeitig ein wenig traurig, dass ich nun schon fast die Stunden hier zählen kann. Aber auch zu Hause werfen schon tolle Ereignisse ihre Schatten vorraus. 

Sonntag, 9. Februar 2014

Meine Verändeung im Auslandssemester

Meine Zeit in Madrid neigt sich dem Ende zu, ich resümiere was ich erlebt habe, was passiert ist und was ich gelernt habe. Und ich möchte das festhalten für mich und auch vielleicht für den ein oder anderen, der sich fragt, was man in so einem Auslandssemester lernen kann. Manchmal tut es gut seine Gedanke aus sich herausfließen zu lassen, man fühlt sich klarer und geordneter. Und so wird dieser Post vielleicht ein wenig Seelenstriptease. Frei aus dem Herzen herraus, weil es mitten unter der Woche ist und die Winternacht an meinem Fenster klebt.
Nun bin ich seit knapp sechs Monaten in Madrid. Als ich mein Jahr im Ausland antrat war ich voller Sorgen und Gefühle. Ich denke das geht den meisten so. Die Aufregung, das Ungewisse, die Spannung.
Abschiede hasste ich schon immer und ich betrat das Flugzeug das mich nach Madrid bringen würde mit gemischten Gefühlen. Ich freute mich einerseits, dass es endlich losging und ich danach um viele Erfahrungen reicher sein würde. Andererseits konnte ich mir ein Alltag ohne mein Umfeld, meine Freunde und Familie nicht vorstellen. Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin ein selbstbewusster und eigenständiger Mensch, aber für mich war diese Erfahrung neu und so konnte ich mir ein Leben ohne das was ich kannte einfach nicht vor Augen führen.
Das machte mir Angst und vor meinem Auslandssemester war ich teilweise regelrecht panisch (und es kostet mich tatsächlich etwas Überwindung dies hier zu schreiben, denn eigentlich würde ich mich ja euch viel lieber sehr lässig und unerschrocken zeigen). Ich denke es hilft vielleicht auch dem ein oder anderen mehr, wenn ich ganz deutlich sage wie es mir damals ging.
Ich wollte aber gehen, denn ich wollte nicht akzeptieren das Ängste und Sorgen mir so ein wichtiges Erlebniss verhindern.
Es war einfach so, dass ich mich nicht bestimmen lassen wollte, wer ich sein soll. Ängste sollten mir nicht diktieren wer ich bin und was ich machen und lassen kann. Ich wollte nicht fremdbestimmt sein. Für mich und mein Sein, darf es keine Grenzen geben, auch keine die ich mir selber auferlege!
Hätte ich kein Auslandssemester gemacht, dann hätte ich meinen Ängsten nachgegeben und wäre niemals der Mensch geworden, der ich sein wollte. Ich wäre so unzufrieden mit mir, dass ich nicht glücklich mit mir geworden wäre. Ich hätte mich dann auch so vieles anderes in meinem Leben nicht getraut. Wäre eher zurückgeschreckt als mutig vorangeschritten und genau das wollte ich nicht sein. Also musste ich um meinetwillen weggehen.
Das waren meine Gedanken bevor ich aufbrach. Ich glaubte, ich könnte so einiges nicht alleine schaffen, das ich meinen Alltag zu sehr vermissen würde und ich nur in einem sicheren Umfeld stark wäre. Als ich allerdings in Madrid ankam merkte ich schnell, dass ich mich falsch verstanden hatte. Ich hatte gar keine Angst alleine zu sein, was mich lediglich beunruhigt hatte war die Ungewissheit. Ich hatte es einfach nicht gemocht, keine Ahnung zu haben was auf mich zukommen würde und das hatte mir Angst gemacht. Einmal in Madrid und mein neues Umfeld entdeckt, konnte ich wunderbar mit allem umgehen.
Ich mag es Dinge einschätzen zu können, mag es Pläne zu haben, mag es mich vorzubereiten. Dies habe ich hier erkannt. Wenn ich überblicken kann, was passiert und ich mich darauf einstellen kann, dann kann ich alles schaffen. Und so war meine ganze Nervosität vor dem Aufbruch nur der Tatsache geschuldet, dass ich nicht wusste was auf mich zukommt.
Doch auch mit unüberschaubaren Situationen lernte ich umzugehen. Als meine Mitbewohnerinnen und ich Hals über Kopf aus dem Wohnung ausziehen mussten und wir noch keine Ahnung hatten, wo wir hin konnten, da lernte ich das ich auch mit Ungewissheit klarkommen kann. Klarkommen MUSS!
Ich fühlte mich zuerst orientierungslos und hilflos, doch ich musste nun schauen wie ich damit zurecht kam. Und auch daraus lernte ich und ich glaube es war eine der wichtigesten Erfahrungen. Keine Familie, kein T. der einem Arbeit abnahm und einen sicheren Rückzugsort bereitstellte, wenn einem alles zu viel wurde. Aber ich lernte: es geht weiter. Am Ende gibt es ein Resultat, man muss nur daran arbeiten. Alles kann geschafft werden, man muss es nur anpacken und sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf ziehen.
All die Zeit vor meinem Auslandsufenthalt dachte ich: Wenn du wieder da bist, wird alles gut sein. Dann habe ich es geschafft und ich habe meine Ängste besiegt. Dann bin ich frei davon."
Wie falsch das ist, habe auch ich jetzt verstanden. Natürlich bin ich meinen Ängsten entgegen getreten und habe auch einige bezwungen, aber ganz und gar frei von Ängsten werde ich wohl nie sein. Ich war schon immer ein lebensfroher und enthusiatischer Mensch, aber ich werde auch immer ein Mensch sein, der sich Sorgen macht, zweifelt und auch mal schlechte Phasen hat. Zu glauben, dass dies ab einem bestimmten Punkt einfach aufhören würde, ist zwar hoffnungsvoll aber leider unrealistisch. Die Frage ist doch einfach nur: Wenn ich immer kleinere und größere Ängste haben werde, was heisst das dann für den Moment in dem ich lebe? Glück bindet sich nicht an Fristen und Zeitpläne. Es tritt nicht ein, wenn man dies oder jenes macht. Es ist eine Lebenseinstellung und für die kann man sich ebenso gut heute entscheiden, denn Ängste wird es in jedem Alter und Lebensphase geben.
Sicherlich kann ich mit meinen Worten nicht alles genauso gut mitteilen, wie ich es verstehe oder empfinde. Die Sache mit dem Glück ist beispielsweise schwer zu erklären. All meine Gedankengänge und Erkenntnisse habe ich über sechs Monate gesammelt, aber vielleicht geben sie euch ja einen Einblick was sich bei mir innerlich getan hat. Man sagt ein Auslandssemester verändert. Ich denke ich bin der gleiche Mensch geblieben, nur dass ich noch mehr ICH wurde, mich nun besser verstehe und auch versöhnlicher mit mir bin.
Was ich hier geschafft habe, war mein Tempo zu bestimmen. Zu Verabredungen zu gehen oder einen gemütlichen Abend mit mir zu verbringen so wie ich dazu Lust hatte und ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben, dass ich etwas verpassen würde. Madrid hat mich reifen lassen und brachte mir die wohl wichtigste Lektion bei: roter Lippenstift geht immer. Mittags wie nachts!

Sonntag, 2. Februar 2014

Sevilla- meine zweite spanische Liebe

Mein Auslandssemester geht schnell dem Ende entgegen. Nur noch zwei Wochen (unglaublich!) bin ich in Madrid und nach knapp zwei Monaten schaffe ich es endlich auch euch von meiner Reise nach Sevilla zu berichten. Den Anfang Dezember verlebte ich, anders als die meisten von euch, nicht auf Weihnachtsmärkten und mit dicken Handschuhen ausstaffiert, sondern in im atemberaubenden Sevilla!
Warme Temperaturen, sonnengetränktes Licht, Flamnecorythmen, maurische Architecktur und Organgenbäume. ORANGENBÄUME, egal wohin das Auge blickt!
In Sevilla habe ich mich wirklich verliebt. Diese Stadt ist eine Satdt die ich so ungalublich lebenswert finde, dass ich kaum Lust hatte sie wieder zu verlassen.
Früh morgens schälten sich meine Mitbewohnerinnen und ich, uns aus unseren Betten, Rucksack und Proviant war gepackt und die Hostaladresse rausgesucht. Ab in den Bus und losgefahren Richtung Anadalusien, dem unangefochteten spanischen Stereotypen entgegen: Sevilla!
Während der Fahrt sahen wir zu wie sich die Landschaft vor unserem Fenster veränderte. Vom steppenartigen Umlands Madrid, durch die weite windmühlenlastige la Mancha (¡Hola Don Quijote!), bis hin zu den ersten Palmen. Zuerst nur vereinzelt, dann immer mehr. Dicke magentafarbene Blütenbüsche vor weißen Hauswänden und ein blauer Himmel. Ja, der andalsusiche Traum existiert!
Sevilla hat eine wundervolle Architektur. Moderne und Mudejarstil bilden eine traumhafte Symbiose. Im Alcazar kam ich kaum mehr aus dem Staunen herraus. Ein kleiner orientalischer Traum, so detailliert und verträumt.
Das Licht war unglaublich schön. Warm und weich und wir verlebten die Tage, indem wir durch die Stadt schlenderten, Kathedrale mit Giralda und Alcazar besichtigten. Gemeinsamkeit genossen, unzählige Fotos am Plaza de España schossen und eine Flamencoshow besuchten.

Selten war Reisen so entspannt, wie mit diesen beiden Mädchen. Ich liebe unsere Dynamik unser Tempo, unser sich-verstehen-ohne-zu reden und ihr geduldiges Warten bis ich ein Motiv festgehlaten hatte. Ich hätte mir meine Wohnung in Madrid nie besser vorstellen können als mit diesen beiden Goldstücken. Sie haben für mich hier so viel versüßt und es ist umso trauriges, dass M. Madrid schon im Dezember verlassen wieder verlassen musste.
Drei Tage blieben wir in Sevilla, schlürften Tinto de Verano in vollen Bars, beobachteten die gut gekleideten Menschen auf den Straßen und lauschten sanften Gitarrenklängen, die wirklich häufig in der Stadt zu hören waren. Rauchende Maronentöpfe, klappernde Pferdehufe auf Kopfsteinpflaster und der Geruch der ersten weihrauchverkaufenden Weihnachtsmärkte. Der Duft von Zitronen in unseren Taschen und warme Sonnenstrahlen in den Herzen, das war Sevilla für mich.
Madrid ist meine spanische Heimat, Sevilla mein heimlicher Geliebter. Auch andere spanische Städte gefielen mir, Segovia oder Salamanca zum Beispiel. Aber irgendwie hatten diese Städte teilweise auch etwas eindimensionales. Sie waren nicht so vielseitig und zu touristisch ausgerichtet und obwohl Sevilla nun auch ein Magnet für Kulturinteressierte ist, merkt man doch, dass in dieser Stadt gelebt wird. Dass sie sich weiter entwickelt (unabhängig von den Touristen), Subkulturen hat und dynamisch voran schreitet. Es ist schwer zu beschreiben, aber ich fand es einfach wunderrvoll dort. Die Palmen, das Licht, der perfekte Ausgleich zwischen dem Wahren von Tradition, touristischen Attraktionen und einem eigenen persönlichem Fortschritt. Es war perfekt!
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