Dienstag, 31. Dezember 2013

This was 2013 - Ein Video

Ihr Lieben, ich bin wieder in Madrid und hatte mir für die letzten zwei Wochen eine kleine SocialMedia Pause gegönnt. Die Zeit daheim war zu kostbar und auch zu knapp, sodass ich Handy und meist auch Lapotop einfach schalfen lief. Nun bin ich wieder zurück in Spanien und wir zählen den letzten Tag des Jahres. Diesen Tag möchte ich mit einem Rückblick auf das Jahr 2013 abschließen, in Form eines Videos. Und nach alter Manier, habe ich mal wieder die halbe Nacht durchgearbeitet und geschnitten und gebastelt. Gute Vorsätze fürs nächste Jahr: in regelmäßigen Abständen am Jahresfilm arbeiten!!


Ich werde dieses Jahr also mit trauben im Mund auf der Puerta del Sol ausklingen lassen und mit viel frischer Luft in der Brust in ein neues Abenteuer mit neuen Plänen stürzen. Mir bleibt nun gar nichts weiter zu sagen, als DANKE für all die Unterstützung die ich in diesem Jahr von euch bekommen habe. Ich habe große persönliche Schritte gemacht und ihr habt mir sehr dabei geholfen. Das ist wirklich wahr, denn eure ermunternden Beiträge und lieben Sätze sind echt und wahrhaftig und konnten mir so manche Befürchtung nehmen. Ihr wart ein kleines Heim für mich!

Liebes 2013,

Dies wird ein Abschiedsbrief, leider werden sich ab morgen unsere Wege trennen und zwar für immer. Niemals geht man so ganz jaja...aber für uns beide gibt es dann kein Zurück mehr. Nun was soll ich sagen, für uns beide war es keine leichte Beziehung, anfangs wollte ich mich kaum auf dich einlassen, ich wusste schon zu viel von dem was mich mit dir erwarten würde. Beziehungsweise ich wusste nicht was ich von dir erwarten könnte und das machte mir ein mulmiges Gefühl. Wir beide, dass schien nicht recht zu passen und doch hast du mich noch um den Finger gewickelt. Vielleicht weil du diese super guten Partys für mich geschmissen hast auf denen ich bis in die Morgenstunden tanzen konnte. J. Geburtstag, die legendäre Theaterparty mit den wohl kompromitierensten Bildern des ganzen Jahres oder meine Abschiedsfeier, ganz zu schweigen von den Nächten in Madrid. Ich konnte Erfahrungen als angehende Lehrerin sammeln und mich freuen auf dem richtigen Weg zu sein, das motovierte mich. Und auch unsere Wohnung, mit der neuen schönen blauen Wohnzimmerwand, gefällt mir unglaublich gut. 2013, du hast verstanden mir mein Heim noch gemütlicher zu machen. Es folgten die Theatervorstellungen unserer Woyzeckinterpretation, ein Stück so bunt und so traurig grau zugleich. Gleich zweimal brachtest du mir meine Laura vorbei. Einmal in Köln und einmal in Madrid. Und schon sausten wir auf meinem Geburtstag zu und weiter in den Sommer. Noch heute kann ich die Hitze auf meiner Haut spüren als ich das Holifestival besuchte, die warmen Sonnenstrahlen die alles durchfluten. Die Farben die an diesem Tag durch die Luft geworfen worden, sie waren genauso bunt wie dieses Jahr. Du hast mir einen Sommer geschenkt, in dem ich die Schönheit im Kleinen entdecken konnte. Kurzzeitige Besuche in Hamburg, Abstecher nach Maastricht, Abende am Rhein mit knackender Kohle, Wasserplätschern und im Rücken die goldenen aufgrollten Strohballen spüren. Warme Abende mit T. auf dem heimischen Balkon und auf Terrassen mit Domblick. Freilichtkonzertbesuche und schließlich der Aufbruch in mein Erasmusjahr. So viele Tränen habe ich selten in einem Jahr vergossen, Tränen der Angst, der Freude, Rührung und der Zweifel. Du hast mich auf eine emotionale Irrfahrt geschickt und ich bin im Eiltempo auf den Schienen dieser Achterbahn dahingeschlittert. 


Mein Leben drehte sich und ich musste mich neu ordnen. War davor noch alles etwas vertrauter und heimischer so war ich nun Meilen davon entfernt. Wenn ich nun manchmal Bilder vom Anfang unserer Beziehung sehe,  dann kommt mir das vor wie eine komplett andere Zeit. Unmöglich, dass all dies noch dieses Jahr stadttgefunden haben soll. Ich habe so viel gesehen und neu verarbeiten müssen, dass dies eigentlich locker zwei Jahre hätte füllen können. Aber mit dir habe ich endlich angepackt, wovor ich solange zögerte. Meine Heimat zu verlassen, sei es auch nur für einen begrenzten Zeitraum. Dafür habe ich dich verflucht 2013 und schließlich geliebt, denn diese Erfahrung hat mir so manches über mich erklärt. Auch wenn ich teilweise feststellte, dass ich in meinem Charakter schon sehr gefestigt bin. Mit der Entscheidung wegzugehen durfte ich fabelhafte neue Menschen kennenlernen, die ich nienienie wieder vergessen möchte und ich unsere Abenteuer nicht missen mag. Sie haben mir gezeigt wie viel bunter alles noch ist und haben mich in Momenten aufgefangen, in denen es mir nicht gut ging. Und dann waren da noch meine wundervollen Freunde und die Familie. Ich bin wirklich ein vom Glück geküsster Mensch mit meiner Familie. Und natürlich ist da auch immer noch T. mein stetiger Begleiter, bester Freund, Vertrauter, Seelsorger und Liebster  und über seine unglaublichen Kräfte, die er dieses Jahr auf emotionaler Ebene aufbrachte, kann ich nur staunen. Womit habe ich all diese Liebe in meinem Leben verdient?!


Also 2013 auch wenn ich auf unsere Beziehung anfangs nicht viel Lust hatte, weiß ich, dass dies eine der intensivsten und wichtigsten Beziehungen in meinem Leben war. Ich habe mit siebenmeielen Stiefeln große Schritte in Richtung Erwachsensein getan und obwohl ich zeitweise allein war, habe ich mich immer geliebt und umsorgt gefühlt. Mit Milky Chance auf den Ohren, der Fotokamera in den Händen und neuen Situationen vor Augen.
Vielen Dank dafür!

Deine Coco

Sonntag, 22. Dezember 2013

Gewinnspiel und Weihnachtstraditionen in Spanien

Heute gibt es einen informativ-weihnachtlichen Post. Informativ? Ich werde  ich ein klein wenig Wissen unter euch streuen. Weihnachtswissen!
Eine der schönsten Sachen daran dass man in einem anderen Land lebt ist, dass man eine neue Kultur wirklich kennenlernt. Man erkennt Unterschiede und Gemeinsamkeiten und ganz besonders deutlich treten diese kleinen Eigenheiten an Feiertagen zu Tage. Diese Unterschiede finde ich immer sehr interessant und wann könnte ich euch wohl besser über spanische Weihnachtsrituale informieren, als in meinem Erasmusjahr? Hier also ein paar weihnachtliche Infos um euch in die Richtige Stimmung zu bringen und euch zum Oberschlaumeier am Festmahlstisch zu machen. Die Fotos stammen von einer Nachttour mit meiner Mitbewohnerin und entführen euch ein wenig in das leuchtende Madrid zur Weihnachtszeit. 
Beginnen wir von vorne, eine wirkliche Adventszeit wie in Deutschland gibt es in Spanien nicht. Zwar lassen sich auch erste Adventskränze und Kalender langsam in spanischen Supermärkten finden (diese sind jedoch meistens aus Deutschland importiert), doch  das Verschenken von 24 kleinen Präsenten in der Vorweihnachtszeit ist hier unbekannt. Auch Nikolaus wird hier nicht gefeiert und das obligatorische Schuherausstellen fällt somit auch weg.
Ein großeses Event der Vorweihnachtszeit ist allerdings die alljährliche Weihnachtslotterie. "El Gordo", der Dicke, ist der Hauptgewinn und gilt als eine der größten Lotterien der Welt. Fast jeder Spanier kauft sich ein Los und manche legen zusammen, denn ein Los kann um die 200€ kosten. Ich konnte selber sehen, wie lang die Schlangen an den Verkaufständen werden können.
Während sich in Deutschland die Menschenmassen auf den Weihnachtsmärkten tummeln, gibt es hier in Madrid nur eine kleine Sparversion. Weihnachtsmärkte gibt es zwar auch, allerdings werden hier hier meist nur blinkende Hüte und Plastiklichterketten verkauft. Oder es wird Krippenmaterial verkauft. Ess oder Trinkstände gibt es dabei nicht und meistens bestehen die Weihnachtsmärkte nur aus wenigen Buden. Zum Glück gibt es im Lidl um die Ecke unserer Erasmus-WG Glühwein und wir können trotzdem in weihnachtliche Stimmung kommen. Auch die Tradition des Plätzchenbackens ist in Spanien nicht so verbreitet. Profitieren wir in Deutschland von einer ganzen Bandbreite an Rezepte, isst man hier als typsiche spanische Weihnachtsleckerei das Turon. Turon gibt es in unglaublich vielen Geschmackrichtungen und Konsistenzarten, mal weich mal hart. Es ist ein Gemisch aus Eiern, Honig und Mandeln und sehr süß.
Auch die Weihnachtsbäume, die sich häufig in Deutschlands Innenstädten finden lassen sind in Spanien eher rar. Es gibt eine große Satdtbeleuchtung, bei der es häufig Weihnachtsbäume aus Lichterketten gibt, aber der natürliche Weihnachtsbaum hat in Spanien noch nicht den Stellenwert, den er in nordischen Ländern einnimmt. Erst in den letzten Jahren, durch Filme, Fernsehn und Vermischung gewinnt er auch in Spanien an Popularität und lässt sich langsam auch in heimischen Wohnzimmern finden. Dafür stehen aber überall Krippen, wie bei uns beispielsweise auf dem Plaza Mayor. Diese Krippen sind detailliert und liebevoll aufgebaut und die Menschen stehen Schlange um sie zu besichtigen. Die Krippen bilden auch bei der Weihnachtsfeier zu Hause ein zentrales Element.
Ein großer Unterschied zwischen der deutschen und der spanischen Weihnachtsfeier ist das Überreichen der Geschenke. Wärhend in Deutschland traditionell am 24.12 unterm Weihnachtsbaum die Geschenke überreicht werden, bekommen die spanischen Kinder ihre Geschenke erst am 6.1. Also am Tag der Heiligen Drei Könige. Was Sinn macht, denn auch diese brachten ja die Geschenke erst im Januar. Wie allerdings die Weihnachtsbaumtradition ändert sich dies allmählich auch und die Kinder bekommen schon am 24. ihre Geschnke, damit sie in den Ferien noch damit spielen können.
Den Heiligabend oder "Noche Buena" feiert man in der Familie und es gibt ein kleines Pendant zur großen Weihnachtslotterie. In einer Schale "der Urne des Schicksals" werden für jeden ein paar Geschenke und Nieten verteielt. Jeder zieht so lange bis er sein Geschenk erhalten hat. Und natürlich kommt im katholischen Spanien auch die Kirche nicht zu kurz. Um Mitternacht  besucht man dann die Misa del Gallo also die Messe des Hahns, die so genannt wird, weil der Hahn die Geburt Jesu als erster verkündet haben soll.
Und mit diesem neuen Wissen verabschiede ich mich nun auch in die Feiertage, die ich in Köln bei meiner Familie verbringen werde. Alle Geschenke sind besorgt, warten darauf noch eingepackt zu werden und ich erfreue mich am wundervollen deutschen Weihnachtsgebäck und unseren schönen Glühmärkten. Und wenn ihr noch nicht alle Geschenke beisammen habt, dann habe ich hier jetzt noch eine wirklich gute Idee für euch. Wie wäre es wenn ihr ein paar schöne Erlebnisse verschenkt. Bei mydays könnt ihr kreative und besondere Erlebnisse verschenken. Mydays bietet eine große Auswahl an orginellen Ideen an, die für die unterschiedlichsten Geldbeutel erschwinglich sind. Wie wäre es mit einem Molekularkochurs (klick) (das fände ich interessant), eine entspannende Massage (klick)oder ein Krimidinner (klick).
Und da ich euch auch noch gerne mit einem kleinen Weihnachtsgeschenk verabschieden möchte, könnt ihr heute einen 50€ Gutschein von mydays gewinnen.
Das Gewinnspiel läuft bis zum 26.12.2013 und die Gewinner werden von mir benachrichtigt.

Alles was ihr tun müsst:
• Seid oder werdet Leser meines Blogs
• Schreibt mir einen Kommentar, indem ihr mitteilt ob ihr teilnehmen wollt
• gebt eine Kontaktmöglichkeit an
Ich wünsche euch Frohe Weihnachten und lasst euch nicht so sehr von den ganzen Weihnachtsvorbereitungen stressen, genießt die Zeit und die Menschen mit denen ihr sie verbringt.

Freitag, 20. Dezember 2013

Memorybook// Juli 2013

So ihr Lieben, endlich kommt mal wieder ein Memorybookpost. Leider gestaltet sich das ausdrucken hier in Spanien immer noch recht schwierig. Wer hätte gedacht, das dies so schwierig würde? Aber nun bin ich auf Weihnachtsurlaub in Deutschland und kann wieder meinen eigenen Fotodrucker in Beschlag nehmen.
Reisen wir noch mal in den Sommer. Wir befinden uns nun im Juli und ich muss euch sagen, dass dieser Monat mit einer meiner schönsten dieses Jahr war. Ich schwebte im Sommerhochgefühl und genosse die Atmosphäre in meiner Heimatstadt. Finanziell durch den Auslandsaufenthalt bedingt, gab es für mich dieses Jahr keine große Reise und so entschloss ich mich viele kleine Sommerhighlights zu erleben.
Meine Collage am Beginn des Monats ist gespickt mit Fotos voller Sommerfreuden. Feuerwerk, Cocktails schlürfen, Picknicke, Freunde, Geburtstage. All dies machte für mich den Monat Juli zu einem ganz besonders erinnerungswürdigen Abschnitt. Auf der Rückseite habe ich wie immer notiert was ich auf den verschiedenen Bildern erlebte. Dazu ein Zitat von Edward Moore:

Tis now the summer of your youth, time has not cropped the roses from your cheek.
Dazu fügte ich meine kleine Veröffentlichung in der LISA ein. Ich durfte ein sommerliches Eisrezept vorstellen und war einfach nur glücklich was für neue Welten ich durch das Bolggen kennenlernen darf. Zudem wurde mein Bruder endlich 18 und wir feierten dies mit einer kleinen Party im heimischen Garten. Unglaublich das er nun volljährig sein soll, wo er doch noch gestern Benjamin Blümchen hörte.
Und da auch T. im Juli Geburstag hatte, durfte seine kleine Geburtstagsüberraschung im Memorybook natürlich nicht fehlen. Ich machte ihm einen very britsh Sweet Table und  schenkte ihm einen Tag wie auf der Insel. Selbstverständlich mit echtem english brakfast, baked beans, the Sun, einer großen Auswahl an Ales und Beers, passender musikalischer Untermahlung und Fish ´n´ Chips. Was alles genau enthalten war, was wir unternahmen und machten, schrieb ich auf die Rückseite seiner Geburtstagskarte, die ich aufbewahrte.
Auch mein Wochenende in Hamburg habe ich mit ein paar kleinen Bildern festgehalten. Bei weitem nicht alle Bilder, aber als kleine Erinnerungsstütze reicht es. Sommerpartys, leckerste Lasagne, Törtchenzeit und Zeit mit F.
Auf der letzten Seite  erstellte ich eine kleine Reihe aus Bildern mit Momenten, die mir diesen Monat besonders gefielen. Meine Sommerhighlichts eben. Die Nacht mit T. auf dem Skybeach, auf dem wir mehrere Stunden verbrachten und mit kühlen Getränken im Strandkorb der Stadt dabei zusahen wie sie in der Nacht verschwand. Sommerpicknicke, Kölner Licher und Zugfahrten mit meiner Lieblingsmusik. Gedanken, die auf den Zugschienen davongetragen wurden. Der Besuch in Hamburg, der Kinobesuch mit C. und all die schönen Abende mit meiner verrückten liebevollen Familie. Die Zeit war so kostbar diesen Monat.
Und zu guter letzt hielt ich noch das atemberaubende Sommerpicknichk von T. und mir fest. Wie wir den ganzen Tag im Gras lagen, abends den Hugo genossen, Trauben aßen, grillten, dem Feuer beim Knacken zuhörten und die Spiegelung der Kölner Stadtlichter im Rhein betrachteten. Ich liebte den Moment als wir spät nachts nachhause kamen, die warme Luft des Tages noch in der Wohnung und der Geruch von frischen Gras in unseren Haaren.
Juli, du warst so schön und gabst mir ein Gefühl von Freiheit und Wärme. Obwohl ich schon bald auf dem Sprung in ein neues Leben sein sollte.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Berlin & Köln = drei Tage Madrid

Ihr lieben, da sitze ich nun und die Zeit rast an mir vorbei. Der letzte Monat November war ein enziger Strudel an Ereignissen. Der Umzug in die neue Wohnung, T.s Besuch bei mir in Madrid, unser Mädchenwochenende in Sevilla und natürlich der Besuch von meiner lieben Freundin Laura, die mich hier in Madrid vor nun gut zwei Wochen besuchen kam.
Ich finde es immer wieder erstaunlich wie diese Freundschaft zu Stande kam, denn wir lernten uns vor knapp zwei Jahren über unsere Blogs kennen und lieben. Besuche und gemeinsame Wochenenden folgten und ich glaube kaum, dass sich unsere zwei Leben ohne diese virtuelle Vernetzung jemals gekreuzt hätten. Zwei Mädchen, zwei Leben. Köln und Berlin, Lockenkof und schnittlauchglatte Haare und eine gemeinsame Freundschaft. Eine Freundschaft, die so schön ist, dass Laura gerne mal 3 1/2h Flugzeit in Kauf nahm und mit mir drei Tage in Madrid verbrachte um mich während meines Erasmusjahrs zu besuchen. Die Zeit war mal wieder viel zu knapp, drei tage gingen herum wie im Flug und füllten sich wie von selbst. Dies begann schon damit, dass Lauras Flieger viel zu früh landete und uns der tränenreiche ich-warte-voller-Vorfreude-auf-dich-Tanz leider verwehrt blieb. Trotzdem kein Problem und ich freute mich einfach nur darüber wieder jemanden aus der Heimat bei mir zu haben. Ein Stück Deutschland in Madrid sozusagen.
Und so führte ich Laura durch stickige Metroschächte und mein altes Treppenhaus in meine kleine Erasmus-WG. Meine Mitbewohnerinnen (die Lieben!) hatten für uns gekocht und wir ließen den Abend mit lustigen Gesprächen und einem riesen Berg an spanischen Mandarinen enden. Der nächsten Morgen blickte uns mit einem makellosen blauen Himmel entgegen und es ist nicht gelogen wenn ich euch versichere, dass das Wetter TRAUMHAFT war. Das ist so wunderschön in Madrid, trotz Winterkälte ist der Himmel immer klar. Laura und ich brunchten uns bei klassischer Musik und frisch gepresstem Orangensaft in einem  Café in den Tag hinein und spazierten später durch Madrid.
Ich wollte Laura viele meiner Lieblingsorte zeigen, denn nachdem ich hier nun fast fünf Monate wohne habe ich einige Plätze sehr lieb gewonnen. den wunderschönsten Ausblick auf Madrid hat man vom Café de las bellas artes. Hoch über den Dächern Madrids sieht man hinten die Berge und auf all die wunderschönen Jugendstilbauten. Wir schlenderten in den Retiro, genossen nachmittägliche Sonne, ich zeigte Laura den für mich schönsten Glaspavillion der Welt, der mit den bunten Bäumen im Hintergrund fast etwas magisches hat. Und wir statteten des Nachts der Aussichtsterasse nochmal einen Besuch ab denn Madrid bei Nacht kann einfach magisch sein.
Am nächsten Tag, schlenderten wir zum Palast, der idealerweise direkt an meiner Wohnung liegt, lauschten den Opernmusikern auf dem Opernplatz, statteten dem Mercado San Miguel (ein Essensmarkt) einen Besuch ab und futterten uns einmal durch die leckeren Feinkoststände. Büffelmozzarella, Tortilla, Mangosäfte, Fajitas, Waldbeerjogurt. Nichts war vor uns sicher und es blieb zu vieles das wir nicht probieren konnten. Ich sage euch, ich bin heilfroh, dass ich diesen Markt noch so einige Male besuchen kann in der Zukunft.
Am letzten Tag  besuchten wir obligatorisch den sonntäglichen Rastro. Und wir entdeckten eine fabelhafte Band, die leicht Gyspymäßige Musik machte. Schwer zu erkären, aber es war etwas zwischen jiddischer und Balkanmusik. Auf jeden Fall war man direkt Feuer und Flamme und ich verlor mein herz an den Klarinettenspieler, der einfach die zauberhaftesten Gesichtsausdrücke während seines Spiel an den Tag legte. Wir trödelten witer über den Flohmarkt, erstanden dies und das und ließen uns gegen nachmittag zur berühmten Chocoaltería San Gines treiben. Den Ort, wo so mancher Star schon seine Churros verspeist hatte. Abends brachte ich Laura zum Templo de Debod, ein Ort von dem man einen traumhaften Sonnenuntergang beobachten kann. Zum Abschluss ging es noch in eines meiner Lieblingslokale und wir ließen den Abend voller leckerer Genüsse ausklingen.
Es ist unglaublich wie schnell dieses Wochenende an uns vorbeiflog, drei Tage waren wie ein Fingerschnips vorrüber und zurück blieb nur eine prallgefüllte Speicherkarte mit tollen Erinnerungen und das Wissen, dass einer Freundschaft auch 2.300km Abstand nichts anhaben kann.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Rezept// Zimtparfait und Weihnachtsgewinnspiel

Spulen wir einmal ca. vier einhalb Monate zurück. Es ist ein heißer Sonntag. Das Schlafzimmerfenster zum Garten hin ist weit geöffnet und neben dem Summen von gelegentlich vorbeifliegenden Bienen, hört man die omnipräsente Geräuschkulisse eines heißen Sommernachmittages. Fußballspielende Kinder, Gelächter aus dem Eiscafe gegenüber, Fahrradklingeln, Grills die von fachmännisch guckenden Männern vorbereitet werden. Alles ist in bester Sommerlaune, während ich in meinem Schlafzimmer sitze, Kisten einräume und eine meiner zehn To-do Listen zur Hand nehme. Diese lassen sich seit Tagen in jedem Millimeter unserer Wohnung finden, egal ob an Zimmertüren geheftet, sauber auf dem Schreibtisch geordent, am Kühlschrank, der Tafel im Flur befestigt oder hastig auf einen Postit gekritzelt mit der Notiz "Noch zu sortieren. DRINGEND!". Und während ich ein Häkchen nach dem anderen auf meinen Listen machen kann (das dringende Sortieren kann ja auch noch etwas warten) nehme ich den nächsten Punkt in Augenschein: Weihnachtsrezept shooten!
Ja, ihr habt richtig gehört. Im heißen August, während um mich herum die Welt lauwarme Sonnenuntergänge und kurze Sommerkleider zelebrierte, holte ich weihnachtliche Food-props heraus und schlenderte im Supermarkt hin zu den Zimtstangen. Das ich die einzige war, die in dieser Jahreszeit Zimtstangen braucht, muss ich ja wohl nicht erwähnen... Ich stellte Zimtparfait her und fotografierte es anschließend in einem Super-power-mega-fast- Shoot. In Rekordschnelle schmolz es unter der Linse meiner Kamera hinfort, während ich zwischen hektischem Arrangieren und fotografiebereitem Apparat hin und herwuselte. Aber mal ehrlich, wer kommt auch auf die grandiose Idee bei guten 28°C Eis fotografieren zu wollen? T. schüttelte nur ungläubig den Kopf, wer kann es ihm vedenken. Aber was tut man nicht alles um ein gut vorbereiteter Food-blogger zu sein! Stets auf den letzten Drücker präperiert und spontan gut vorbereitet. Am Ende bestand zwar alles nur noch aus Eismatsche wundervoller Zimtsoße, aber ein paar gute Bilder sind doch noch herausgekommen, auch wenn das Parfait an manchen Stellen schon in einen anderen Agregatzustand wechselte.
Und nach dieser kleinen Vorgeschichte kann ich euch nun endlich auch voller Stolz mein gut vorbereitetes Rezept vorstellen, Organisation ist ja bekanntlich mein zweiter Vorname. Jedes Jahr bin ich für das Dessert bei unserem Weihnachtsmenü zuständig. Schon als Kind liebte ich es im Winter Zimt zu schmecken, für mich ist es ein absoluter Bestandteil jeder Weihnachtsstimmung. Und ich kann euch versprechen, dass dieses Zimtparfait der absolute Renner ist. Ihr müsst es mir einfach glauben (obwohl es auf den Bildern schon schmilzt). Selbst der vollgefuttertste Weihnachtsbauch an Heiligabend wird noch einen Nachschlag haben wollen. Und es ist so wunderbar vorzubreieten und schmeckt köstlich. ERFOLGSGARANTIE!
Zutaten:
100 g Zucker
ca. 2 TL Zimt

3 Eiweiß
3 Eigelb
250ml Schlagsahne 

Die Eigelbe mit 80 g Zucker (wer mag kann mehr Zucker nehmen, ich mag es allerdings nicht so süß lieber) schaumig schlagen, anschließend den Zimt (hier füge ich einfach nach Gusto immer ein wenig mehr hinzu) unterrühren.

Die Eiweiße mit den restlichen 20g Zucker steifschlagen.
Nun die Sahne aufschlagen, allerdings sollte diese nicht ganz fest/steif werden. Zu guter Letzt den Eischnee und die halbfeste Sahne unter die Eigelbmischung unterheben und alles in einer Kastenform über Nacht gefrieren lassen. Nach ein paar Stunden kann man in der Kastenform das Parfait einmal umrühren, sodass sich die Eiskristalle gleichmäßig verteilen.
Da ich die Komposition von sauer und süß unglaublich gerne mag, esse ich dieses Parfait liebend gerne mit einer Soße aus roten Früchten. Dafür einfach TK Früchte mit etwas Puderzucker weichpürieren. Meine Soße hier war noch nicht ganz durchpüriert musste aber schon geshootet werden, da ich das Parfait schon fotobereit positioniert hatte. Jaja Organisation und so...
Und damit es hier noch weihnachtlicher wird, habe ich ein kleines Weihnachtsgeschenk für euch. Ich verlose drei DaWanda- Gutscheine im Wert von je 10€. Bestimmt werdet ihr auf DaWanda fündig für eure Weihnachtsgeschenke, Dekoration, Geschenkverpackungen oder auch einfach nur für euch selbst! Das Gewinnspiel läuft bis zum 10.12.2013 und die Gewinner werden von mir benachrichtigt.

Alles was ihr tun müsst:
• Seid oder werdet Leser meines Blogs
• Schreibt mir einen Kommentar indem ihr miteilt ob ihr beim Gewinnspiel mitmachen wollt
• gebt eine Kontaktmöglichkeit an
 Ich wünsche euch einen wundervollen 2. Advent!

Sonntag, 1. Dezember 2013

Toledo - zwischen Regen und Zweisamkeit

Vor zwei Wochen hat mich endlich mal wieder mein T. hier in Madrid besucht. Wer momentan auch in einer Fernbeziehung lebt, der weiß wir sehr man sich auf solche Besuche freut und was diese einem bedeuten. Das Schöne ist nun, dass T. ja auch schon einige Male in Madrid war. Letztes Jahr die zehn Tage bei unserer Spanienreise und als er mich in meiner ersten Woche hier begeleitete. Das hieß, wir mussten nicht mehr die typischen Sehenswürdigkeiten ansteuern, sondern konnten das tun worauf wir Lust hatten. Ganz ohne Touridruck. Lange in Cafés quatschen, uns mit Breaking Bad abends zusammen ins Bett kuscheln und da T. nun langsam Madrid auch zur Genüge gesehen hat nach Toledo fahren.

Toledo war regnerisch und kalt. War davor noch schönster Spätherbst, mit glühenden Farben und sonnengetränkten Nachmittagen, so war dies der erste Wintertag der uns in Besitz nahm. Omnipräsenter Sprühregen, beißender Wind, der uns unsere Hände tiefer in die Jackentaschen vergraben ließ und ein grauverdunkelter Himmel. Toledo ist im Sommer sicherlich ein spanischer Traum. Warme Sonnenuntergänge, mit Blick auf die sich am Berg heraufschlängelnde Stadt und das Alcazar, angeleuchtet von warmen Sonnenstrahlen. All das bekamen wir leider nicht zu sehen. Aber dafür bekamen wir einen Einblick auf das winterliche Toledo und auf Toledo bei Nacht, denn immerhin geht im Winter die Sonne schneller unter. 
Wir trotzen den Winterboten und verlebten einen Tag an dem ich voller Glück war. Was macht da schon schlechtes Wetter, wenn wir beieinander waren? Für mich war der Tag erfüllt von Lachen, Liebe und unvergesslichen Momenten. Wir teilten uns mit zwei Italienern, die wir nicht kannten, ein Taxi und schlängelten uns vom Bahnhof aus über steile Straßen hoch zum Hauptplatz. Durch die engen Straßen, mit spanischen Balkonen und alten Fenstern, gelangten wir zur Kathedrale. Bewaffnet mit einer Karte des Tourismusbüros folgten wir den eingezeichneten Punkten und besichtigten auch das prunkvolle Innere der Kathedrale.
Toledo ist eine Stadt mit viel Geschichte, maurische, arabische, jüdische Einflüsse. Alles kommt hier zusammen und so war auch die Kathedrale einst eine Moschee. Ich finde es wunderbar, wenn man spanische Geschichte, die ich sonst nur aus sprachwissenschaftlicher und literarischer Sicht in der Uni analysiere, hier so deutlich wahrnehme. Man die direkten Auswirkungen erkennen kann. Vom Alcazar, dem Schloss, hatten wir einen wunderschönen Blick auf das Umland und den Fluss Tajo. Strategisch war diese Stadt perfekt gelegen. Felsen, Fluss und an einem steilen Berghang. Und ganz anders, als zum Beispiel in Segovia und Salamanca, war das Umland hier grüner.
Und wenn uns die Gesichter drohten einzufrieren, kuschelten wir uns in ein Cafe uns sahen zu wie das Grau in ein dunkles Blau überging. Und bei Nacht leuchtete uns Toledo entgegen, mit alten Laternen in kleinen Hinterhöfen und alten Durchgängen. 
Bestimmt werde ich Toledo irgendwann auch nochmal im Sommer besuchen, aber auch so eine Wintererfahrungen hatte ihren Reiz. Und auf ausdrücklichen Wunsch von T. verabschiede ich mich von euch mit diesem letzten hochästhetischem Bild von uns beiden. Er wollte euch dieses, im wahrsten Sinne des Wortes "unscharfe" Bild, nicht vorenthalten.
Ich sende euch wunderbare Grüße aus dem warmen Sevilla und einen wundervollen ersten Advent!
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